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Clemens J. Setz: Der Trost runder Dinge (Erzählungen, Suhrkamp Februar 2019, 320 Seiten)

Nichts ist, wie es scheint. Clemens Setz führt es uns in seinen wundervollen neuen Erzählungen geistvoll, witzig und stilistisch erstklassig vor. Das Absurde trägt ein ganz gewöhnliches Gewand. Jeder Text des jungen Österreichers zieht uns in seinen Bann, mit Zärtlichkeit und doppeltem Boden. Ein Lesegenuss, nicht nur für Zartbesaitete.

Tschabua Amiredschibi: Data Tutaschchia, der edle Räuber vom Kaukasus (Roman, Kröner Juli 2018, 695 Seiten)

Sprachliche Schönheit, poetische Bilder, Spannung, auch philosophischer Tiefgang – dieses Buch gehört zu den größten Schätzen der modernen georgischen Literatur. Der Räuber vom Kaukasus war Legende zu Lebzeiten, kämpfte mit dem ganzen Herzen gegen Rücksichtslosigkeit und Kleinmut seiner Zeitgenossen. Tschabua Amiredschibi, literarischer Barde, wurde dank seines Protagonisten eine Art Nationalheld.

Erich Kästner: Der Gang vor die Hunde (Roman, Atrium 6. Auflage 2018, 313 Seiten)

Im Kästner-Jubiläumsjahr – 120. Geburtstag – kommt der eifrige Leser an dieser Urfassung des "Fabian" nicht vorbei. Erich Kästner außergewöhnlich frivol, unverblümt, drastisch. Herausgeber Sven Hanuschek hat der Farbigkeit des einst beschnittenen Werks ungeahnten neuen Glanz verschafft. Ein sehr gern besessenes Buch, völlig zu Recht.